03.01.2018

Neuerungen im Schweizer MWST-Recht ab 2018: Neue Pflichten auch für deutsche Unternehmen

Für wen: Deutsche Unternehmen, die Leistungen in der Schweiz oder für Schweizer Kunden erbringen.


Sachverhalt: Bislang gilt bei der Erbringung von sonstigen Leistungen deutscher Unternehmen an Schweizer Unternehmen im Bereich der Umsatzsteuer das sog. Empfängerortprinzip. Danach unterliegt die Leistung der Schweizer Mehrwertsteuer (dortige Abk.: MWST) der sog. Schweizer Bezugsteuer (entspricht Reverse-Charge-Verfahren). Ausnahmen bestehen etwa bei Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück und bei Bauleistungen sowie wissenschaftlichen oder unterrichtenden Tätigkeiten, die am Ort der tatsächlichen Erbringung mit Schweizer MWST abzurechnen sind.


Bislang war eine Registrierung für Zwecke der MWST in der Schweiz erst dann erforderlich, wenn der jährliche Umsatz in der Schweiz über 100.000 CHF pro Jahr lag. Ab dem 1.1.2018 wird diese Regelung deutlich verschärft. Werden derartige Leistungen in der Schweiz erbracht (Erbringungsortprinzip), unterliegen diese der Schweizer MWST bereits dann, wenn der weltweite Umsatz des deutschen Unternehmens 100.000 CHF pro Jahr übersteigt. Andererseits wird der Regelsatz in der Schweiz ab dem 1.1.2018 von 8% auf 7,7% gesenkt.


Die Steuerpflicht führt dazu, dass sich das deutsche Unternehmen unaufgefordert innerhalb von 30 Tagen nach Beginn der Steuerpflicht bei der schweizerischen Steuerverwaltung (ESTV) anmelden muss. Darüber hinaus sind ein Fiskalvertreter (z.B. ein Schweizer Steuerbüro) in der Schweiz zu bestellen und eine Sicherheitsleistung von mind. 2.000 CHF zu erbringen.


Für Leistungen, die gemäß dem Schweizer MWST-G als die sog. „8.1-Dienstleistungen“ gelten (wie z.B. IT-Dienstleistungen, Beratungsleistungen etc.), ist unverändert auch aus Schweizer Sicht das Empfängerortprinzip maßgeblich. Der Schweizer Leistungsempfänger muss für diese Leistungen die Schweizer Bezugsteuer abrechnen. Werden ausschließlich derartige Leistungen erbracht, entfällt die Registrierungspflicht durch das deutsche Unternehmen in der Schweiz.


Empfehlung: Deutsche Unternehmen, die Leistungen an Schweizer Unternehmen erbringen, sollten sich bezüglich umsatzsteuerlicher (Registrierungs-) Pflichten informieren.

 

StB Steffen Schmid

Aus: PKF Nachrichten 01/2018